Mein Hauptthema ist Mensch, der aus dem System herausgeworfen wird. Anhand der aus dem System herausgeworfenen Menschen kann man deutlich sehen, wie das System beschaffen ist, wie menschlich (oder unmenschlich) es ist. Ich interessiere mich für die Geschichten von Migrant*innen und Exilant*innen, von Menschen, die ihre Heimat durch Krieg verloren haben, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben oder aus politischer Überzeugung geflohen sind. In meinen Theaterstücken und Texten möchte ich jenen eine Stimme geben, denen sie genommen wurde – jenen, die unter Diskriminierung aufgrund ihrer Nationalität, Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung gelitten haben, jenen, deren grundlegende Rechte eingeschränkt wurden.
Ich strebe danach, politisches Theater zu machen, das auf einer detaillierten und präzisen Arbeit mit den Schauspieler*innen basiert: Die Bildung eines starken und harmonischen Schauspielensembles ist mein zentrales künstlerisches Anliegen bei der Arbeit an jeder Inszenierung. Mir liegt die Ästhetik des Grotesken, und ich interessiere mich für die Mittel des absurden Theaters – sowohl in der Regie als auch im dramatischen Schreiben. Meiner Meinung nach gewinnen sie heute zunehmend an Relevanz, weil sie die Widersprüche und Kontraste der Gegenwart auf eindrucksvolle Weise widerspiegeln.
Theater ist für mich eine demokratische Kunstform, die Raum für Dialog eröffnet und dem Publikum Denkanstöße bietet. Indem ich in meinen Inszenierungen Themen wie die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft, das Verhältnis zwischen Stadt und Land sowie die Ursachen und Folgen von Migration behandle und mich in meinen dramatischen Texten mit der Recherche der autoritären Gesellschaften und autoritären Tendenzen auseinandersetze, möchte ich in meiner Arbeit einen Beitrag zur Stärkung einer demokratischen und inklusiven Gesellschaft leisten.